24. Juni 2021

Klimawandel – steigende Risiken zwingen zur Anpassung

planet 3508730 640Alle sechs Jahre veröffentlicht das Umweltbundesamt die „Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland“. Die jüngst veröffentlichte Analyse 2021 macht deutlich: der prognostizierte Klimawandel ist da, und er verändert durch höhere Durchschnitts-temperaturen, Hitze- und Trockenperioden sowie Extremwetterereignisse unser Leben, unsere Gesundheit und das Wirtschaftssystem ganz konkret.
Die steigende Hitzebelastung belastet das Herz-Kreislaufsystem, hohe UV-Belastung erhöht das Risiko von Hautkrebs, die Konzentration von Schadstoffen und Allergenen in der Luft steigt, die Verbreitung von Krankheiten durch Mikroorganismen und Insekten nimmt zu, z.B. durch heimische und neue Schildzeckenarten. Gleichzeitig steigt durch den demographischen Wandel die Sensitivität der alternden Bevölkerung. In der Landwirtschaft bereiten vor allem die Hitze und zunehmende Trockenheit der Böden Probleme, aber auch Hitzestress der Nutztiere, der z.B. zu geringerem Wachstum und geringerer Qualität bei Milch und Eiern führt. Klimarobustere Pflanzensorten und Nutztiere sind ein Weg, liefern aber weniger Ertrag. Mit den Klimazonen verschieben sich auch Vegetationsperioden und das Risiko von Ertragsausfällen durch Extremwetterereignisse nimmt zu. Den Wäldern setzen Trockenheit und Hitze besonders zu. Gleichzeitig wird die Vermehrung von Schadinsekten begünstigt, wie dem Fichtenborkenkäfer. Das Risiko großflächiger Waldbrände steigt ebenso wie das von Sturmschäden. Der Holzertrag wird dauerhaft sinken. Insgesamt wird für den Wald dringender Handlungsbedarf festgestellt.
Was können wir tun, um die Folgen zu begrenzen? Um ein erträgliches Mikroklima in den Innenorten zu schaffen, können Flächenverbrauch und Bodenversiegelung reduziert, und schattenspendende Grünanlagen oder kühlende Wasserflächen geschaffen werden. Im Freiraum gilt es Biotopverbundsysteme zu sichern und zusammenhängende Netze ökologisch bedeutsamer Flächen zu errichten. In der Landwirtschaft wird der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft als transformative Klimaanpassung empfohlen. Aber auch Formen wie Agroforst und SoLaWi zeigen Möglichkeiten auf, die Austrocknung von Böden zu verringern bzw. durch regionale Vermarktung hochwertiger Produkte der Landwirtschaft den Weg in eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Der Wald muss über Jahrzehnte in einen klimarobusten Bestand gewandelt werden. Zur Stärkung der natürlichen Anpassung soll der Anteil des Naturwalds steigen und im bewirtschafteten Forst der Einschlag reduziert werden, damit Bäume länger wachsen und älter werden können.
Der Report schließt mit der Feststellung, dass die Überbeanspruchung der Natur durch den Menschen beendet werden muss. Hier finden Sie den Report des Umweltbundesamts. (Guido Huppertz)


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