22. Februar 2021

Windenergie in Kall und in der Eifel

Windenergie sorgt in der Eifel zunehmend für hitzige Diskussionen. An Standorten von Windparks bilden sich Bürgerinitiativen, um die Nutzung der Windenergie zu verhindern. Als Kaller Grüne sehen das wie folgt:
Der Klimawandel verändert die natürlichen Abläufe und führt uns von einer „Warmzeit“ in eine „Heißzeit“. Dies wird in vielfältiger Weise die Lebensgrundlagen von Menschen, Pflanzen und Tieren negativ beeinträchtigen. Die Wissenschaft lässt daran keinen Zweifel.
Eine maßgebliche Verursachung des Klimawandels ist unser übermäßiger Konsum, der maßgeblich auf der Nutzung fossiler – also nicht erneuerbarer – Energieträger wie Kohle, Öl und Gas beruht. Die Lösung dieses Problems liegt darin, unseren Konsum zu überdenken und vollständig auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Unser Konsumverhalten tritt immer häufiger ins Zentrum der Tagespolitik, sei es beim Thema Billigfleisch und Massentierhaltung, der Nutzung des ÖPNV oder elektrischer Antriebe, dem Kauf von Holzprodukten mit FSC-Siegel oder Fair-gehandelten Produkten. In diesem Beitrag geht es um den Aspekt der Energiewende, also um erneuerbare Energieträger, und insbesondere die Windkraft.


Um den globalen Klimawandel zu begrenzen (Pariser Ziel 1,5 Grad), müssen wir u.a. unsere Energieversorgung CO2-frei gestalten. Dies ist machbar, indem wir unsere Energieversorgung zu 100% mit erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne sicherstellen. Neben der Photovoltaik, die überwiegend im Sommer erzeugungsrelevant ist, ist die Windkraft die wichtigste Grundlage der zukünftigen CO2-freien Energieversorgung. Bei Kombination von Energieerzeugung aus Wind und Sonne mit Energiespeichern ist zukünftig eine CO2-freie, sichere und bezahlbare Energieversorgung mit Strom und Wärme für Haushalte, Verkehr und Industrie machbar. Verschiedene Studien belegen das.
Dazu ist es aber erforderlich, die Anzahl der Windräder mindestens zu verdoppeln, wozu folgende Voraussetzungen gegeben sein müssen:

  1. Geeignete Flächenbereitstellung durch die Kommunen
  2. Mitnahme und Beteiligung der Bürger*innen
  3. Angemessenen Artenschutz

Bei der Bereitstellung geeigneter Flächen ist die Gemeinde Kall gefordert. Technische Möglichkeiten den Artenschutz zu verbessern, wie Erkennung von Fledermäusen und Vögeln während des Windkraftbetriebs, müssen genutzt werden. Hoch sensible Gebiete mit Schwerpunktvorkommen von gefährdeten Arten müssen beachtet werden. Von zentraler Bedeutung ist es, zukünftige Vorhaben als „Bürgerwindparks“ umzusetzen, also die direkt betroffenen Bürger in die Planung einzubeziehen und finanziell zu beteiligen. Dazu ist aus unserer GRÜNEN Sicht Folgendes umzusetzen bzw. anzustreben:

  1. Planer bzw. Betreiber neuer Windräder sollen mit den ortsansässigen Bürgern insbesondere in einem Umkreis von ca. 2 km Entfernung zum Windpark kooperieren. Grundlage dazu ist eine offene, ehrliche Kommunikation. Dazu gehört insbesondere die verständliche Darstellung und Lösung kritischer Aspekte wie Schallemission, Schattenwurf und Artenschutz auf Basis der gesetzlichen Vorgaben.
  2. Die am Standort anfallende Pacht soll zur Hälfte in Bürgerprojekte der umliegenden Dörfer bzw. in Bürgerprojekte der Standort-Gemeinde fließen. Beispielhaft sei hier die Umsetzung über eine Bürger-Stiftung im Windpark Patersweiher in Schleiden genannt.
  3. Mindestens 50% des Eigenkapitals des Windparks soll an Bürger der umliegenden Dörfer, die Standort-Gemeinde oder den Standort-Kreis vergeben werden. Die Betreibergesellschaft muss ihren Standort in der Standort-Gemeinde haben.

Wir GRÜNE sind der Überzeugung, dass unter diesen Voraussetzungen der notwendige weitere Ausbau der Windkraft in der Eifel und darüber hinaus mit den Bürgern möglich ist. Wir Kaller GRÜNEN werden alle zukünftigen Windkraft-Projekte nach den genannten Kriterien bewerten.

 


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